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20 weitere U-Bahn-Züge bestellt
10.10.2009 - 16:51
20 weitere U-Bahn-Züge bestellt
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Die Wiener Linien haben bei Siemens Österreich um 191 Mio. Euro weitere 20 V-Wagen bestellt. Der aktuelle Auftrag ist die Einlösung der letzten Option aus dem 1998 geschlossenen Rahmenvertrag über den Kauf von 60 neuen U-Bahn-Garnituren. Die Züge sollen ab dem Jahr 2012 ausgeliefert werden und die ältesten Fahrzeuge der Type U ersetzen.

Beim V-Wagen handelt es sich um einen durchgängigen Sechswagenzug, bestehend aus vier motorisierten Zwischenwagen und zwei Steuerwagen an den Enden. Eine Garnitur ist 112 Meter lang und bietet etwa 900 Personen Platz. Die Fahrzeuge können die Bremsenergie ins Netz zurückspeisen und damit den Energieverbrauch um ein Drittel senken. Das Erscheinungsbild der Züge wurde von Porsche Design in Zusammenarbeit mit Prof. Helmut Margreiter erarbeitet. Die Garnituren sind mit einer Temperaturabsenkungsanlage, Videoüberwachung sowie Innen- und Außenanzeigen ausgestattet. Durch die im Vergleich zu den Silberpfeilen um 5 cm größere Fahrzeugbreite und um 5 cm niedrigere Fußbodenhöhe konnte der Spalt zwischen Zug und Bahnsteig minimiert werden. An der ersten und letzten Türe gibt es zusätzlich eine Rampe, die den Bahnsteigspalt komplett überbrückt. Hinter den beiden Führerständen befinden sich Mehrzweckabteile, die mehr Platz für Kinderwagen, Fahrräder oder Rollstühle bieten. Die Züge der Type v/V werden in Wien Simmering gefertigt, dem Weltkompetenzzentrum von Siemens für Metrofahrzeuge. All das bleibt auch bei den jetzt bestellten Einheiten gleich.

Ein Rückblick: Nach dem Zuschlag an das Konsortium unter der Federführung von Siemens 1998 wurde ein Prototyp gebaut, mit dem man ab Dezember 2000 Erfahrungen im Fahrgastbetrieb sammelte. Im September 2002 bestellten die Wiener Linien 25 Fahrzeuge, die ab Februar 2005 ausgeliefert wurden. Nach einer langen Inbetriebnahme- und Zulassungsdauer gingen Ende August 2006 auch die ersten Fahrzeuge der Serienproduktion in den Betrieb mit Fahrgästen. Die auffälligste Änderung im Vergleich zum Prototyp sind die Kunststoffsitze, die die Reinigung einfacher machen sollen. Ab der Betriebsnummer 21/22 erhielten die V-Wagen gelbe Haltestangen, die die Orientierung für Personen mit beeinträchtigter Sehkraft erleichtern. Im Dezember 2007 erfolgte die Bestellung weiterer 15 Züge, die derzeit ausgeliefert werden. Aktuell stehen 27 Garnituren der Type v/V im Wagenstand der Wiener Linien. Die letzte Einheit soll voraussichtlich im Jahr 2017 ausgeliefert werden.

Die Fahrzeuge sollen 35-40 Jahre lang im Einsatz stehen. Diese Lebensdauer haben die ersten der zwischen 1972 und 1982 gelieferten Doppeltriebwagen vom Typ U bereits erreicht und sind deshalb zu ersetzen. Es ist das erste Mal, dass die V-Wagen ältere Garnituren ablösen: Die bisher bestellten Züge deckten den durch die Verlängerungen der Linien U1 und U2 entstandenen Mehrbedarf an Fahrzeugen.

Neues gibt es auch von der im Februar verunglückten Garnitur mit der Betriebsnummer 45/46: Sie soll noch heuer wieder in den Planbetrieb gehen.


Quelle: Pressemeldung 
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