21

Samstag, 21. Januar 2012, 12:52

@ 317:
Aber gerade der Güterverkehr benötigt keine schnellen Trassen, da aufgrund des üblicherweise größeren zu transportierenden Gewichtes die Geschwindigkeit an sich schon eher niedrig ist, abgesehen davon, dass eine Streckung der Fahrzeiten im Minutenbereich gerade im Güterverkehr quasi egal ist, wer sich für Güterverkehr auf der Schiene entscheidet, der macht das mit Sicherheit aus anderen Gründen, als wegen der Geschwindigkeit des Transportes und mit SIcherheit auch aus anderen, als aus Gründen der Flexibilität, denn wer die benötigt, der hat (leider) sowieso keine Alternative zum LKW!
Und an schnell fahrenden Zügen gibt es ausschließlich jene nach Brno und Prag bzw. Warschau und das Thema IC Wien-Bratislava scheint mir doch ein eher theoretisches zu sein (welches jedoch zeigt, dass die ÖBB Kapazitäten für diese Linie sehen).
Da ich mich mit Güterzügen offen gestanden kaum auskenne:
Laut wikipedia ist ein Ganzzug "ein Güterzug, der vom Verlade- zum Entladepunkt als Einheit ohne Zwischenhalte verkehrt." - Mit einem Trend zu Ganzzügen einhergehend wäre wohl die Reduktion der Einzelwagenverkehre, was aber bedeutet, dass gewisse Transportleistungen schlichtwegs wegfallen (abgesehen davon, dass sie das auch aufgrund der Schließung von Nebenbahnen tun), denn geringe Transportaufkommen kann man schwer im Rahmen eines Ganzzuges transportieren.
Und ganz abgesehen von der Fracht in Tonnen, bedeutet der Trend zu Ganzzügen doch automatisch, dass es weniger, aber längere Züge (bei gleichbleibendem Frachtvolumen) gibt, also auch dass man weniger Trassen für den Güterverkehr benötigt?
Oder stell' ich mir da etwas komplett falsch vor?

29er

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22

Samstag, 21. Januar 2012, 15:31

Die einzigen Busse in der Nähe bringen dich zur U2, zur S-Bahn kein einziger (wenn man von der Scherzlinie 96B absieht, die erstens nicht mehr oft fährt und zweitens vergleichsweise ewig lang zur S-Bahn braucht).
Die Frage ist halt nur, wer will denn überhaupt zur S-Bahn und wohin will er eigentlich fahren? Ich kann mir gut vorstellen, dass die Anzahl der ÖV-Benutzer in dieser Gegend relativ gesehen bestimmt weit unter dem städtischen Modalsplit liegt. Wäre vorallem interessant wie viele Leute dort in dem Einzugsgebiet wohnen, aber wirklich aktuelle Daten scheint es derzeit nicht zu geben.

[...]dass eine Streckung der Fahrzeiten im Minutenbereich gerade im Güterverkehr quasi egal ist, wer sich für Güterverkehr auf der Schiene entscheidet, der macht das mit Sicherheit aus anderen Gründen, als wegen der Geschwindigkeit des Transportes und mit SIcherheit auch aus anderen, als aus Gründen der Flexibilität, denn wer die benötigt, der hat (leider) sowieso keine Alternative zum LKW!
Noch nie was von "Just in time" gehört? Ich denke dabei vorallem an die Audi-Züge von Ingolstadt nach Györ bei denen Pünktlichkeit das oberste Gebot ist. Oder an die BEX-Züge die, zumindest in den vergangen Jahren, teilweise sogar Vorrang gegenüber (verspäteten) Personenzügen hatten.

Und ganz abgesehen von der Fracht in Tonnen, bedeutet der Trend zu Ganzzügen doch automatisch, dass es weniger, aber längere Züge (bei gleichbleibendem Frachtvolumen) gibt, also auch dass man weniger Trassen für den Güterverkehr benötigt?
Also noch viel länger können die aktuellen Auto- oder Kohlezüge sowieso nicht werden.

23

Samstag, 21. Januar 2012, 18:49

abgesehen davon, dass eine Streckung der Fahrzeiten im Minutenbereich gerade im Güterverkehr quasi egal ist

Nein, ist es nicht! Du bringst dadurch pro Stunde weniger Züge über die Strecke. Da eine bestimmte Menge für den Güterverkehr vorgesehen ist, fehlen dadurch Trassen für andere Personenverkehrszüge.
Mir wären dichtere Intervalle viel lieber als ein Halt in einer Station, die von kaum wem gebraucht wird.
Wo das Lied auch mag erklingen, niemals werd ich Töchter singen!

317

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24

Samstag, 21. Januar 2012, 19:00

Zitat von »umweltretter«

Dort gibt's wenigstens einen dichten und zur Bahn völlig parallelen Busverkehr, der die Station nahezu vollwertig ersetzt hat. Im Fall Lobau jedoch nicht. Die einzigen Busse in der Nähe bringen dich zur U2, zur S-Bahn kein einziger (wenn man von der Scherzlinie 96B absieht, die erstens nicht mehr oft fährt und zweitens vergleichsweise ewig lang zur S-Bahn braucht).

Na, ich kenn schlechtere Knoten als eine U-Bahnstation...
Aber gut, ich sehe ein, dass du die Thematik ausschließlich auf einen Blickwinkel fokussiert sehen willst. :(

25

Samstag, 21. Januar 2012, 20:35

abgesehen davon, dass eine Streckung der Fahrzeiten im Minutenbereich gerade im Güterverkehr quasi egal ist

Nein, ist es nicht! Du bringst dadurch pro Stunde weniger Züge über die Strecke. Da eine bestimmte Menge für den Güterverkehr vorgesehen ist, fehlen dadurch Trassen für andere Personenverkehrszüge.
Mir wären dichtere Intervalle viel lieber als ein Halt in einer Station, die von kaum wem gebraucht wird.
Bei geringeren Durchschnittsgeschwindigkeiten schafft man in der Regel mehr freie Trassen ... versteh' ich wirklich nicht, was Du meinst, es sei denn Du meinst, dass man nur dann mehr Trassen bekäme, wenn man die lediglich stündlich verkehrenden Züge nach Brno um drei Minuten streckt, was mMn vertretbar wäre, denn im Fernverkehr bzw. bei Distanzen von mehreren 100en km kommt es auf 20 Minuten +/- ja kaum an ... da sind Aspekte wie Pünktlichkeit, Intervalle und Taktverkehr um ein vielfaches wichtiger, ebenso wie der weit weniger wichtige Aspekt der "Attraktivität" der Fahrzeuge und vermutlich ist sogar der mMn wirklich fast vernachlässigbare Aspekt der Attraktivität der Bahnhofsgebäude wichtiger, als die Fahrzeit +/- ein paar Minuten!

26

Samstag, 21. Januar 2012, 21:17

Bei geringeren Durchschnittsgeschwindigkeiten schafft man in der Regel mehr freie Trassen

Ähm, was? Das ist auf der Straße teilweise so, weil da die Sicherheitsabstände von der gefahrenen Geschwindigkeit abhängen.
Bei der Bahn darf aber immer nur ein Zug gleichzeitig einen Block belegen. Je schneller der fährt, desto früher kann man das davor stehende Hauptsignal auf freie Fahrt stellen. Höhere Geschwindigkeiten bringen also mehr freie Trassen.
Wo das Lied auch mag erklingen, niemals werd ich Töchter singen!

27

Samstag, 21. Januar 2012, 21:37

Bei geringeren Durchschnittsgeschwindigkeiten schafft man in der Regel mehr freie Trassen

Ähm, was? Das ist auf der Straße teilweise so, weil da die Sicherheitsabstände von der gefahrenen Geschwindigkeit abhängen.
Bei der Bahn darf aber immer nur ein Zug gleichzeitig einen Block belegen. Je schneller der fährt, desto früher kann man das davor stehende Hauptsignal auf freie Fahrt stellen. Höhere Geschwindigkeiten bringen also mehr freie Trassen.
Ich habe auf jeden Fall nicht den Eindruck, dass es keine freien Trassen mehr geben würde zwischen Stadlau und Simmering, denn weder bei der Fahrt von Floridsdorf zum Südbahnhof (über Simmering), noch auf den Fahrten nach Prag/Brno/Bratislava, auf denen ich auf dieser Strecke fuhr hatte ich das Gefühl, dass ständig Züge entgegenkommen würden, geschweige denn, dass es mehr Güterzüge, als Personenzüge auf dem Abschnitt gibt ... (wobei ich natürlich nicht zu den täglichen Pendlern der Strecke Simmering-Stadlau zähle).
Aber Danke für die geduldigen Erklärungen! ;)

29er

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28

Samstag, 21. Januar 2012, 22:00

[...] dass ständig Züge entgegenkommen würden, geschweige denn, dass es mehr Güterzüge, als Personenzüge auf dem Abschnitt gibt ... (wobei ich natürlich nicht zu den täglichen Pendlern der Strecke Simmering-Stadlau zähle).
Dann fangen wir mal bei der Erdberger Lände zum zählen an:

Dienstag 10 - 11 Uhr
6 Personenzüge
6 Güterzüge
2 Lokzüge
1 Leerpers.

Donnerstag 11 - 12 Uhr
7 Personenzüge
4 Güterzüge
4 Lokzüge

Mittwoch 16 - 17 Uhr
7 Personenzüge
7 Güterzüge
1 Leerpers.
1 Leerpersonenzug

Donnerstag 2 - 3 Uhr :D
8 Güterzüge
4 Lokzüge
0 Personenzüge

Also es hält sich so ziemlich die Waage - wenn man Personenzüge und die anderen Züge gegenübersteht sind die Pers. natürlich in der Unterzahl.

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29

Samstag, 21. Januar 2012, 22:54

Zitat von »umweltretter«

Dort gibt's wenigstens einen dichten und zur Bahn völlig parallelen Busverkehr, der die Station nahezu vollwertig ersetzt hat. Im Fall Lobau jedoch nicht. Die einzigen Busse in der Nähe bringen dich zur U2, zur S-Bahn kein einziger (wenn man von der Scherzlinie 96B absieht, die erstens nicht mehr oft fährt und zweitens vergleichsweise ewig lang zur S-Bahn braucht).

Na, ich kenn schlechtere Knoten als eine U-Bahnstation...
Ich hab nie behauptet, dass U-Bahn-Stationen schlechte Knoten sind. ?(
Was ich meine ist, dass dort nur die S-Bahn eine schnelle Verbindung in den Südosten Wiens, z.B. Richtung Simmering (und ab Dezember auch Meidling, etc.) bietet. Mit Auflassung der S-Bahn-Station fielen diese Verbindungen weg, als Ersatz verbliebe den Leuten die Südosttangente. :daumenrunter:

Zitat

Aber gut, ich sehe ein, dass du die Thematik ausschließlich auf einen Blickwinkel fokussiert sehen willst. :(
Will ich nicht, aber ich finde die Bedeutung und Sinnhaftigkeit dieser Station unterschätzt.
Bitte unterzeichnen:
Petition zur Rettung der Citybusse

----> http://www.petitiononline.at/petition/re…e-citybusse/173

30

Samstag, 21. Januar 2012, 23:11

(zu "ich finde die Bedeutung und Sinnhaftigkeit dieser Station [wird] unterschätzt." von umweltretter bezüglich Station Lobau:)
Weder bei der Station Lobau, noch bei der Station Kahlenbergerdorf kann es um das tatsächliche "Einzugsgebiet" (im Sinne von Anrainern, oder Arbeitsplätzen) gehen, aber eben um den Wert der Stationen an Ausflugstagen, welche sich auch im Winter auftun können, weshalb ich die generelle Einhaltung der Stationen sinnvoll fände (bei Kahlenbergdorf zumindest dann, wenn man die Bahnsteige nicht mutwillig zerstört hätte).
Wenn man nur das "klassische Einzugsgebiet" hernimmt dürfte weder eine Linie 43B, noch eine Linie 35B über die gesamte Linienlänge existieren, ebenso wie der 38A zwischen Wagenwiese und Leopoldsberg und dennoch finde ich jede von diesen Linien durchaus begrüßenswert.